zurück zur Listenansicht

Heidelberg, 01.09.2026

Montpellierbrücke: Änderungen im Bauablauf wegen Gleissanierung

Gemeinsame Presseinformation der Stadt Heidelberg und der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) Die Modernisierung der Montpellierbrücke ist eines der aktuell größten Heidelberger Bauprojekte. Seit rund dreieinhalb Jahren wird die zentrale Verkehrsachse nahe dem Hauptbahnhof saniert. Damit der Verkehr in den nächsten 25 Jahren über die 50 Jahre alte Brücke fließen und neue Straßenbahnen zum Einsatz kommen können, wurde sie so verstärkt, dass sie künftig mehr Gewicht tragen kann. Gleichzeitig sind weit über 100 Mängel am Bauwerk behoben worden. Fertiggestellt sind auch die neuen Geh- und Radwege. Diese bieten nun mehr Platz und Sicherheit für alle, die mit dem Rad oder zu Fuß auf der Brücke unterwegs sind.

Das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg fördert die städtischen Maßnahmen zur Modernisierung der Montpellierbrücke mit insgesamt 19,93 Millionen Euro. Damit werden mehr als die Hälfte der Kosten vonseiten des Landes gedeckt (54 Prozent). Insgesamt belaufen sich die Kosten der Baumaßnahme nach aktuellem Stand auf rund 37 Millionen Euro.

rnv reagiert auf geänderten Zeitplan in der Projektabwicklung

Nach dem Rückbau der alten Straßenbahngleise und der alten Haltestellenanlagen sowie der Sanierung der Brückenoberfläche haben sich Rahmenbedingungen und Anforderungen an die weitere Projektabwicklung verändert, welche eine teilweise Neuausschreibung sowie eine umfassende Anpassung des Bauablaufs erforderlich machen. Da die Arbeiten im Gleisbereich eng mit den verbleibenden Maßnahmen an der Brücke verzahnt sind, müssen die Bauleistungen nun auch in zeitlicher Hinsicht neu koordiniert werden. Dies betrifft unter anderem die Erneuerung der Fahrbahndecke an der Kreuzung Lessing-/Ringstraße. Insbesondere muss die Planung für die Erneuerung der Übergangskonstruktion im Gleisbereich an der Südachse gemeinsam in den angepassten Bauablauf integriert werden.

Vor diesem Hintergrund ist eine Fertigstellung der Gleissanierung und des barrierefreien Ausbaus der neuen Haltestelle Montpellierbrücke nach aktuellem Stand nicht mehr umsetzbar. Diese Arbeiten können voraussichtlich erst im Frühjahr 2027 erfolgen. Die ursprünglich für die Sommerferien 2026 vorgesehene Vollsperrung der Fahrbahn in Richtung Innenstadt wird verschoben. 

Welche Auswirkungen hat das auf den Verkehr? 

Die aktuelle Verkehrsführung wird zuerst bis Ende des Jahres beibehalten. Als nächstes wird die Stadt die Linksabbiegespur voraussichtlich im November stadteinwärts in Richtung Europaplatz freigeben. Somit kann der Verkehr von der Speyerer Straße aus kommend wieder ungehindert in die Bahnstadt fließen.

Komplette Fertigstellung bis Ende Mai 2027

Nach derzeitigem Stand werden sämtliche verbleibenden Restarbeiten der Montpellierbrücke gebündelt bei einer Vollsperrung in den Pfingstferien 2027 ausgeführt. Die Gesamtmaßnahme soll bis Ende Mai 2027 abgeschlossen werden. Der gewählte Zeitraum bietet die erforderlichen technischen und witterungsbedingten Voraussetzungen, um die Restarbeiten dauerhaft und fachgerecht auszuführen.

Stadt Heidelberg stellt Modernisierungsmaßnahmen im Herbst 2026 fertig

Die Modernisierungsarbeiten der Stadt Heidelberg werden im Herbst 2026 weitgehend fertiggestellt sein. Im Bereich der Lessingstraße sind die abschließenden Bauarbeiten unter der Montpellierbrücke abgeschlossen. Dabei wurden die Betonoberflächen mittels Höchstdruckwasserstrahlen instandgesetzt – einem Verfahren, das für eine dauerhafte Sanierung zwingend erforderlich ist. Zudem wurden die Stege unter der Brücke erneuert, die für Wartungs- und Kontrollarbeiten benötigt werden. Im Inneren des Bauwerks laufen noch vereinzelte Restarbeiten zur Betoninstandsetzung. Diese haben jedoch keine Auswirkungen auf den Straßenverkehr.

Sobald die neuen Bauabläufe im Rahmen der Gleiserneuerung durch die rnv finalisiert wurden, ist die Freigabe der Linksabbiegespur stadteinwärts in Richtung Europaplatz vorgesehen. 

Aktuelle Arbeiten der rnv

Neben der Modernisierung der Montpellierbrücke findet zeitgleich die Sanierung der Straßenbahngleise durch die rnv statt. Beide Maßnahmen laufen parallel, um die verkehrlichen Auswirkungen zu bündeln. 

Momentan finden Bewehrungs- und Betonagearbeiten der Gleistragplatte statt. In den kommenden Wochen soll die Gleistragplatte auf der gesamten Brücke fertiggestellt werden. Nach dem Einlegen und Vergießen der Schienen in die neue Gleistragplatte werden die Bahnsteige gebaut und die Oberflächen einschl. Abdichtung hergestellt. 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Das ist geschafft 

Die Modernisierung der Montpellierbrücke ist ein Mammutprojekt. Seit Beginn hat die Stadt Heidelberg die Fahrbahnbeläge auf rund 7.000 Quadratmetern erneuern und die Betonoberflächen auf 11.000 Quadratmetern instand setzen lassen. Zum Vergleich: Der Universitätsplatz in der Altstadt ist 4.740 Quadratmeter groß. Insgesamt wurden über 1.100 Tonnen Beton und 120 Tonnen Betonstahl an der Brücke eingebaut. 

Die Geh- und Radwege auf beiden Brückenseiten sind fertiggestellt. Beide wurden verbreitert und barrierefrei ausgebaut. Für Radfahrende gibt es neue barrierefreie Querungen an beiden Brückenenden. Zuvor wurde der Untergrund fachgerecht saniert und mit neuen wasserdichten Belägen versehen. 

Bei der Baumaßnahme wurden alle Zu- und Abfahrten der Brücke erneuert und verstärkt. Die Kreuzung Ring- und Lessingstraße, die während der Bauarbeiten ebenfalls saniert wurde, erhielt ebenso wie die Brücke selbst eine neue Ampelanlage. 

Auch unterhalb der Brücke, an den Seiten und im Inneren wurde, nicht sichtbar für die Bevölkerung, gearbeitet. Dort wurden 156 Spannglieder ausgetauscht. Die Spannglieder aus dicken Drahtseilen sind die Muskeln einer Brücke und von enormer Bedeutung, da diese im Inneren des Betons für die nötige Tragkraft sorgen. Insgesamt mussten rund 530 Spanngliedköpfe gesichert, geschützt und instandgesetzt werden. 

Weitere Infos zu der gesamten Modernisierungsmaßnahme unter www.heidelberg.de/montpellierbruecke