Keine Einigung zwischen Ver.di und RNV

Ver.di lehnt weitere Verhandlung ab – Gespräche abgebrochen! Am Sonntag, 28. April, haben die Arbeitgebervertretung der RNV GmbH und die Vertreter der Gewerkschaft ver.di ihre Tarifverhandlungen erneut ohne Einvernehmen beendet.

„Ver.di kennt unsere Planzahlen und weiß, dass wir kaum Spielraum haben“, zeigt sich Werner Dörring, Vorstand des Arbeitgeberverbandes Rhein-Neckar-Verkehr e.V. und Verhandlungsführer der Arbeitgebervertretung, auch heute ohne jedes Verständnis dafür, dass die Gewerkschaft in den bisherigen Tarifgesprächen wenig Bereitschaft zur Annäherung erkennen ließ. „Wir haben vom ersten Verhandlungsgespräch an versucht, drohende Streiks durch ein von Anfang an gutes Arbeitgeberangebot zu vermeiden“, bestätigt auch Jonathan Wirth aus dem Bereich Personalrecht der RNV. Er verweist auf die vier vorangegangenen Tarifverhandlungen:

Am 25. März 2013 waren von der RNV für das erste Jahr 2,8%, für das zweite Jahr 2,6% inklusive Leistungsprämie aufgerufen worden. Ver.di setzte die Forderung von 7 Prozent, mindestens jedoch 200€ pro Monat dagegen.
Im zweiten Angebot vom 15. April 2013 waren nach strukturellen Anpassungen 3,1% für das erste Jahr sowie 2,9% für das zweite Jahr inklusive Leistungsprämie im Gespräch. Ver.di hielt an der eigenen Forderung in Höhe von 7 Prozent, mindestens jedoch 200€, unverändert fest.
Am 22. April 2013 wurden, unter Berücksichtigung eines von ver.di selbst eingebrachten Vorschlags, weitere Anpassungen zu Gunsten der niedrigeren Entgeltgruppen vorgenommen: Seitens der RNV wurden für den Bereich Fahrdienst bis zu 3,94% im ersten Jahr, im zweiten Jahr bis zu 3,46% inklusive Leistungsprämie auf den Verhandlungstisch gelegt. Alle Zahlen sind im Durchschnitt und bezogen auf die Tabellenentgelte zu betrachten. Ver.di hingegen beharrte kompromißlos auf der Forderung von 7 Prozent, mindestens jedoch 200€.

„Es steht im Raum, keine pauschale prozentuale Erhöhung der Tabellenentgelte vorzunehmen, sondern die einzelnen Lohngruppen über Festbeträge unterschiedlich stark zu begünstigen“, erläutert Jonathan Wirth die Angebote der Arbeitgebervertretung. „Auch damit haben wir uns ein großes Stück auf ver.di zubewegt.“ Ver.di habe diese Umverteilung dennoch abgelehnt.

Mit ihren Forderungen bewegt sich die Gewerkschaft gegenüber der RNV nach wie vor auf einem Niveau, das mehr als doppelt so hoch ist, wie der gerade erst am 26. April 2013 erzielte Abschluss im Postbereich. Für die RNV würde dies nicht tragbare Mehrkosten von mehreren Millionen Euro im Jahr bedeuten. Dörrings Fazit: Sollte ver.di sich mit dieser extremen Position durchsetzen, müssen Andere die Zeche zahlen, die hieraus für Städte und Allgemeinheit entsteht: „Der Öffentliche Personennahverkehr, ein Mobilitäts-Angebot an alle Bürgerinnen und Bürger, fährt deutschlandweit Defizite ein.

Dies gilt auch in der Metropolregion Rhein-Neckar. Mehrkosten können nur durch Städte, Kommunen oder Kunden gegenfinanziert werden“ führt Dörring aus. Seitens der Arbeitgebervertretung will man daher weiter zwischen den Interessen der Belegschaft und den Interessen der Öffentlichkeit, in deren Auftrag die RNV handelt, vermitteln. „Unter diesen Rahmenbedingungen führen wir die Verhandlungen weiter“, ergänzt Jonathan Wirth die Position der Arbeitgebervertretung und wirbt deshalb weiter um die Kompromissbereitschaft der Gegenseite.

Bei der RNV ist man sicher, ein solides und zustimmungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Interpretationsspielräume hinsichtlich der Berechnungsgrundlage gibt es nicht. Im Interesse einer schnellstmöglichen Beilegung des Tarifkonfliktes würde man im weiteren Streikfall auf jegliche operative Maßnahmen, wie zum Beispiel Ersatzverkehre durch Fremdunternehmen, verzichten. Eine Verschärfung der Situation soll dadurch vermieden werden. „Wir wünschen uns nach wie vor, dass in konstruktiver Zusammenarbeit mit ver.di endlich ein anständiger Abschluss gelingt. Wir hoffen, dass ver.di auf die wiederholte Drohung, erneut zu Streik aufzurufen, verzichtet und vielmehr im Interesse aller Beteiligten die Gespräche am Verhandlungstisch fortsetzt“, so Dörring.

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