rnv im Dialog: Fit für die Zukunft

Künftig informiert die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) mit der Fortsetzungsreihe „rnv im Dialog“ regelmäßig über Baufortschritte der Maßnahme „RHB 2010“, aktuelle Themen und allgemeine Entwicklungen.

Für die Menschen in der Region ist „ihre RHB“ eine echte Institution. Heute bildet die RHB, die mittlerweile als Linie 4/4A und Linie 9 der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) im Einsatz ist, die kürzeste und schnellste Schienendirektverbindung zwischen Bad Dürkheim, Ludwigshafen und Mannheim. Einst als „Wurstmarktlinie“ belächelt, befördert die Linie 4/4A heute gut zwei Millionen Fahrgäste pro Jahr und ist daher aus dem alltäglichen Leben tausender Berufspendler, Schüler und Ausflügler gar nicht mehr wegzudenken.

Damit dies weiterhin so bleibt und die Rhein-Haardtbahn ihre Erfolgsgeschichte auch im 21. Jahrhundert fortschreiben kann, rief die rnv das umfassende Modernisierungsprojekt „RHB 2010“ ins Leben. Bereits im Jahr 2014 wurde mit der Umsetzung des ambitionierten Bauvorhabens begonnen, diese wichtige Strecke fit für die Zukunft zu machen.

Im Interview erklärt Isabel Vögele, Leiterin Produktmanagement bei der rnv, die Vorteile der Streckenmodernisierung und schildert mögliche Entwicklungspotenziale.

Vieles hat sich bisher auf der Strecke der RHB getan. Ist diese Verbindung damit nun endgültig fit für die Zukunft?

Im Laufe der Zeit musste sich die Rhein-Haardtbahn so manch einer Bewährungsprobe stellen. Auch in finanziell schwierigen Zeiten ist es Dank der Unterstützung durch Kreise, Städte und Gemeinden gelungen, die Funkescheeß, Huddel oder Schdrooßebahn, wie sie in der Region genannt wird, zu erhalten. Auch in Zukunft wird sich die RHB weiter entwickeln. Es gilt, den Anforderungen der Fahrgäste von morgen gerecht zu werden und hierbei für ein gesundes Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu sorgen.

Welche Maßnahmen wurden im Zuge der Streckenmodernisierung konkret umgesetzt?

Mit der Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks im Frühjahr 2016 wurde die Leit- und Sicherungstechnik der RHB-Strecke vollumfänglich modernisiert. Seither werden die Zugfahrten computergestützt überwacht, Signale und Weichen per Mausklick gestellt. Wir versprechen uns davon insbesondere mehr Fahrplanstabilität. Durch den Einsatz der neuen Technik und Services steigt zusätzlich der Reisekomfort für unsere Fahrgäste. Ein Großteil der Strecke ist heute zweigleisig ausgebaut; die Haltestellen entlang der Linie sind barrierefrei gestaltet. Aktuelle Abfahrtszeiten und Störfallmeldungen der jeweiligen Haltestelle erhalten Fahrgäste außerdem an unseren neuen Ticketautomaten mit integrierten Abfahrtsanzeigen.

Die Linie 4 verzeichnet seit der Fahrplanumstellung im Sommer 2016 tendenziell steigende Fahrgastzahlen. Welche Maßnahmen führten letztendlich zu dieser grundsätzlich positiven Entwicklung?

Schnellere Verbindungen und zusätzliche Fahrten ergänzen seither das Fahrplanangebot. So können sich Fahrgäste beispielsweise über die zusätzlichen Expresszüge der Linie 9 freuen, die zwischen Bad Dürkheim und Mannheim pendeln.

Damit verkehrt ab sofort täglich pro Stunde ein zusätzlicher Expresszug der Linie 9 und im 20- beziehungsweise 40-Minuten-Takt die Linie 4. Die Expresszüge der Linie 9 halten ab Bad Dürkheim Bahnhof in beiden Richtungen nur in Ellerstadt Ost, Maxdorf, Ruchheim, am Hans-Warsch-Platz, Ludwigshafen Hauptbahnhof, Berliner Platz, Mannheim Hauptbahnhof sowie am Luisenpark und sind daher 9 Minuten schneller am Ziel als bisher. An den Wochenenden wird der heutige Stundentakt ebenfalls durch die Expresszüge verstärkt, sodass zweimal pro Stunde und Richtung eine Fahrtmöglichkeit besteht. Somit gelangen Touristen und Ausflügler nun deutlich schneller zu den beliebten Freizeitzielen der Vorderpfalz. Dementsprechend findet insbesondere im Bereich der Ausflugsverkehre das Angebot regen Anklang. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Aufgrund des Expresscharakters der Linie 9 erfolgt in einigen Gemeinden entlang der Strecke sowie an diversen Haltestellen in den Stadtgebieten kein Halt der Schnellzüge. Um die Anbindung an die jeweiligen Expresshaltestellen aus den Gemeinden des Landkreises Bad Dürkheim und des Rhein-Pfalz-Kreises zu gewährleisten, wurden ergänzend Zubringerverkehre eingerichtet. Gleichzeitig gehen die neuen Expresszüge der Linie 9 nicht zu Lasten des Grundangebotes der Linie 4/4A, die weiterhin alle Haltestellen bedient und in praktisch unverändertem Umfang weitergeführt wird.

Unser Ziel ist es, unseren Kunden und Gesellschaftern einen attraktiven, aber auch bezahlbaren ÖPNV anzubieten. Deshalb überprüfen wir kontinuierlich  in enger Abstimmung mit den Kommunen und Verbänden mögliche Entwicklungspotenziale der Angebote. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei der Verbesserung des Pendlerverkehrs in den wochentäglichen Verkehrsspitzen.

Welche Arbeiten sind in den nächsten Jahren geplant?

Bis 2018 wird entlang der Strecke weiter gearbeitet. Die kommenden Maßnahmenpakete enthalten vor allen Dingen Optimierungen, die ein schnelleres Fahren der Züge ermöglichen.

Gibt es denn weitere Entwicklungspotenziale?

Über diverse Kanäle erreichen uns Rückmeldungen und Änderungswünsche der Fahrgäste zum Betriebskonzept der Linie 4/4A und der Expresslinie 9. In Abstimmung mit den einzelnen Unternehmensbereichen fließen diese Hinweise gezielt in Verbesserungen für den operativen Betrieb ein.

Konkret sind mit dem Abschluss der Modernisierungsarbeiten, Verbesserungen der Fahrplanstabilität zu erwarten. Zudem wird durch den Ausbau  der bisher unbeschrankten Bahnübergänge künftig eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 80km/h möglich und sorgt somit für kürzere Reisezeiten. Allem voran steht allerdings die Optimierung der Betriebsstabilität.

Die RHB blickt auf eine lange Tradition zurück – sie ist gelebte Geschichte des Nahverkehrs und passt sich zeitgleich immer wieder den veränderten Bedürfnissen unserer Gesellschaft an. So wurde die Rhein-Haardtbahn in den nunmehr 104 Jahren ihres Bestehens immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Das war nicht immer einfach und konnte nur mit finanzieller Unterstützung der beteiligten Kreise, Städte und Gemeinden ermöglicht werden. Die Menschen, die hier leben profitieren dabei von Tradition und Fortschritt unserer Funkeschees.

Kontakt

Wir freuen uns über jede Anregung, jede konstruktive Kritik und jede sachliche Reklamation unter: rhb@remove-this.rnv-online.de 

rnv Servicenummer:
0621 465 4444