Wie ÖPNV-Ausbau Ludwigshafen und Region besser verknüpfen könnte

Hochstraße, Verkehrswende, Potenziale beim Streckennetz: Viele Gründe sprechen dafür, die Stadt Ludwigshafen und die Region noch besser mit Bus und Bahn zu verbinden.

Hochstraße, Verkehrswende, Potenziale im Streckennetz: Viele Gründe sprechen dafür, die Stadt Ludwigshafen und die Region noch besser mit Bus und Bahn zu verbinden. Wie das aussehen könnte und was die nächsten Schritte für solche Projekte wären, wurde am Mittwoch, 20. Juni 2018, auf einem gemeinsamen Treffen zwischen Vertretern der Stadt Ludwigshafen, Rhein-Pfalz-Kreis und Bürgermeistern der Gemeinden Mutterstadt, Neuhofen, Rheinauen sowie Dannstadt-Schauernheim, der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) sowie dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) besprochen. Neue Fördermittel vom Bund könnten den Strecken-Ausbau in greifbare Nähe rücken.

„Die Leistung des öffentlichen Nahverkehrs in Ludwigshafen und der Region ist heute schon beeindruckend, aber durchaus noch ausbaufähig – da geht noch mehr“, lautet das Fazit des Beigeordneten der Stadt Ludwigshafen und rnv-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Dillinger nach einer Untersuchung, bei der ermittelt wurde, wie intensiv der öffentliche Nahverkehr in Ludwigshafen genutzt wird. Der Anteil der mit Bus und Bahn zurückgelegten Strecken am gesamten Verkehrsaufkommen beträgt gerade mal 15 Prozent. In anderen Städten liegt dieser Wert nach Angaben des Deutschen Bundestags von 2017 bei über 20 Prozent. Spitzenreiter Berlin kommt sogar auf 27 Prozent, Hannover auf 19 Prozent. 4,7 Kilometer legen die Ludwigshafener durchschnittlich pro Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Damit liegt dieser Wert ebenfalls unter dem vom Statistischen Bundesamt ermittelten Durchschnitt von 8 Kilometern.

„Auch die Problematik der Hochstraßen zeigt, dass nachhaltige Lösungen gefragt sind und die Verkehrswende eingeleitet werden muss“, sagt Martin in der Beek, Geschäftsführer der rnv. Mehr ÖPNV-Nutzung bedürfe jedoch Investitionen in die Infrastruktur. Dabei ist die Erweiterung des Schienennetzes für die Straßenbahnen keine komplett neue Idee, bereits in der Vergangenheit wurden verschiedene Überlegungen angestellt. Im Detail ging es beispielsweise um die Verlängerung der Linien 7 und 8 nach Pfingstweide und optional bis Frankenthal, den Neubau einer Linie über Maudach nach Mutterstadt, Dannstadt-Schauernheim und die Verlängerung der Linie 6 nach Neuhofen und optional bis Waldsee.

Neuen Schwung bekommen diese Ideen jetzt durch aktuelle Fördermöglichkeiten. Das Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden (GFVG) wurde 2018 geändert. Bis 2021 soll die jährliche Fördersumme auf eine Milliarde erhöht und danach je nach Bedarf angepasst werden. Eine Voraussetzung für die Förderung ist allerdings, dass ein Projekt städte- und gemeindeübergreifend abgestimmt ist.

Daher hatte der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner, vorgeschlagen, den öffentlichen Nahverkehr durch eine Straßenbahn-Erschließung des Kreises auszubauen. Dieser Vorstoß trifft auf breite Zustimmung. Zunächst müssen jedoch verschiedene Szenarien für eine Erschließung des Kreises durch Stadtbahnen auf Machbarkeit geprüft werden. Die Finanzierung dieser Untersuchung wird der VRN gemeinsam mit der Stadt Ludwigshafen und den Partnergemeinden realisieren. „Unser gemeinsames Ziel ist, das bestehende Hochleistungs-Angebot auf der Schiene weiter auszubauen und die Region damit noch großräumiger zu erschließen“ sagte VRN-Geschäftsführer Volkhard Malik während des heutigen Treffens, welches deshalb den Schulterschluss zur einvernehmlichen Zusammenarbeit mit dem Rhein-Pfalz-Kreis, Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (Mutterstadt), Ralf Marohn (Neuhofen), Otto Reiland (Verbandsgemeinde Rheinauen), Stefan Veth (Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim) sowie Bernd Baginski (Rhein-Pfalz-Kreis) unterstreicht.

Das gemeinsame Treffen bestätigte, dass alle beteiligten Gebietskörperschaften, der VRN und die rnv an einem Strang ziehen und den Ausbau der Stadtbahnen von Ludwigshafen in das Umland befürworten. So wurde im Ergebnis des Termins die rnv mit einer Machbarkeitsstudie für die drei Stadtbahnverlängerungen beauftragt. Das Ergebnis der Untersuchung soll in etwa 6 Monaten vorliegen.

rnv Servicenummer:
0621 465 4444