FahrSim: rnv jetzt mit moderner Fahrsimulatoren-Trainingsanlage

3 Fahrerkabinen, vernetzte Trainerstation, Gruppenarbeitsplatz - der neue Fahrsimulator der rnv bietet modernste Standards.

FahrSim: rnv jetzt mit moderner Fahrsimulatoren-Trainingsanlage

Drei Fahrerkabinen, die sowohl das Verkehrsgebiet als auch die Fahrzeugbedienung originalgetreu simulieren, eine vernetzte Trainerstation, ein Gruppenarbeitsplatz für die gemeinsame Diskussion der geschulten Situation u.v.m. – der rnv-FahrSim ist eine der modernsten Fahrschul- und Trainingsanlagen Europas.

Am 7. August 2018 hat die rnv den neuen Fahrsimulator „FahrSim“ präsentiert. Nach insgesamt drei Jahren Vorbereitung und technischer Umsetzung steht die Anlage jetzt voll für die Aus- und Weiterbildung des Fahrpersonals zur Verfügung.

„Besserer öffentlicher Nahverkehr braucht auch intensivere Ausbildung“, sagt rnv-Geschäftsführer Martin in der Beek. Angesichts steigender Fahrgastzahlen, wachsender Aufgaben und natürlich auch entsprechender Erwartungen der Fahrgäste, seien gezielte Innovationen unerlässlich.

rnv-Geschäftsführer Christian Volz sieht den FahrSim als Beispiel, wie umfassend die rnv an Neuerungen arbeite. Der FahrSim sei ein Beispiel für Digitalisierung, Fokus auf den Kunden, Serviceverbesserung und den Einsatz immer effektiverer Werkzeuge. Volz: „Das Signal nach Außen und nach Innen ist klar: Die rnv setzt Maßstäbe.“

Für die Ausbildung bedeutet der FahrSim erhebliche Vorteile. Steffen Grimm, Leiter des Bereichs Personal, sieht Gewinne für die gesamte Organisation. Mehr als 1.000 Fahrerinnen und Fahrer müssten kontinuierlich weitergebildet werden. Jedes Jahr bilde die rnv zwischen 60 und 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus – Tendenz steigend. Grimm: „Der FahrSim macht möglich, dass wir gleichzeitig mehr und besser schulen können.“

Franz-Wilhelm Coppius, Leiter des Bereichs Fahrbetrieb der rnv, verspricht sich mehrere Effekte durch die intensivere Ausbildung. Es gelte, immer dichteren Verkehr, mehr unaufmerksame oder abgelenkte Verkehrsteilnehmer, komplexere Verkehrsplanung und ständigen Zeitdruck zu bewältigen. „Der Job wird härter, aber die Fahrgäste erwarten weiterhin erstklassigen Service. Das geht nur, wenn unsere Fahrer immer besser werden“, so Coppius.

Wie umfassend sich die Ausbildung durch den FahrSim intensiviert, weiß Fahrlehrer Michael Frische, der das Projekt seit Beginn inhaltlich betreut. „Wir können sehr viel mehr und ernstere Szenarien trainieren, als auf einer normalen Fahrt“, so Frische. Dazu komme, dass die gesamte Fahrschulklasse aus den Fehlern jedes Teilnehmers lerne. Frische: „Der FahrSim schafft eine komplett neue Lernsituation. Die Teilnehmer lernen miteinander und von jedem Szenario mehr, als man im regulären Fahrbetrieb erleben kann.“

Infos zur Ausstattung

  • Zwei Kabinensimulatoren als originalgetreuer Nachbau des Fahrzeugtyps Bombardier RNV6Z (Z=Zweirichtungsfahrzeug)
  • Beide Simulatoren sind mit einem Bewegungssystem ausgestattet.
  • Ein generischer Simulator (Fahrzeugtyp Bombardier RNV6Z / die Bedienelemente sind hier auf mehreren Touchscreens dargestellt) als Selbstlernstation. Möglichkeit für Fahrpersonal eigenständig ohne Trainer zu fahren bzw. in die Simulationswelt einzutauchen. Hier wird es in naher Zukunft verschiedene Lernlevels geben. Insgesamt soll hier ansatzweise nach dem Prinzip „Gamification“ gelernt werden.
  • Eine Ausbilderstation mit vollständigem Zugriff auf alle drei Simulatoren. Hier kann der Ausbilder die Rolle des Trainers, der Leistelle und von Fahrgästen übernehmen.
  • Derzeit insgesamt ca. 36 Kilometer virtuelles Streckennetz
  • Teile der Innenstädte Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg nach Betriebsordnung Straßenbahn
  • Strecke HD Rohrbach Süd – Leimen ebenfalls nach BO-Strab
  • Käfertal bis Viernheim, Käfertal bis Wallstadt sowie die Strecke Collini Center – Neuostheim nach Eisenbahn Betriebsordnung (ESBO)
  • Getrennte und vollklimatisierte Kabinen für jeden Simulator
  • Erweiterte Mitschau für Fahrschulgruppe auf einem 86“ Display. Einsatz von Triggern für die Fahrschüler. Wird vom Fahrschüler ein Fehler in der Mitschau erkannt, kann er einen Marker setzen. Dieser wird im späteren Replay angezeigt und vom / bzw. mit dem Ausbilder geklärt.
  • Einsatz zwischen 40 und 60 Stunden pro Woche im Zweischichtbetrieb

Didaktische Vorteile auf einen Blick

  • Intensivere Ausbildung
  • Störungsmanagement (Virtual Train)
  • Fehlermanagement
  • Kommunikationstraining
  • Lernen aus Fehlern (erfahrungsbasiertes Lernen)
  • Geschützte Lernatmosphären
  • Modell: „Lerninsel“
  • Kontinuierliches Lernen durch Wiederholung
  • Möglichkeit der dosierten Überforderung durch den Trainer

Das Projekt FahrSim

  • 2012 begann, aufgrund stetig steigender Ausbildungszahlen und mangelnder Fahrzeugverfügbarkeit, die Suche nach Alternativen zum klassischen Ausbildungsfahrzeug.
  • Im Jahr 2014 brachte der Besuch der Fachmesse Innotrans in Berlin weitere Erkenntnisse und die ersten Kontakte zu verschiedenen Simulatoren Herstellern. Hieraus entstand indirekt der Beginn des Projektes mit der Markterkundung.
  • Kosten und geschätzte Arbeitsstunden: Ca. 1,4 Millionen Euro, 3 Jahre Projektarbeit, aus dem Jahre 2017 und 2018 ca. 1356 Stunden Eigenleistung
rnv Servicenummer:
0621 465 4444